News
und
Wissenswertes

18.02.2014

Abkehr vom „Lagerdenken“ in der KBV

Einheitliche Rahmenbedingungen sollen die Kräfte besser bündeln


In einer bemerkenswerten „Denkschrift“ vom 27. Januar haben sich 17 KV-Chefs, also Vorstände regionaler Kassenärztlicher Vereinigungen (KV) zu einem Umdenken und einer Abkehr des bisherigen Lagerdenkens bekannt. Den Grund ihrer neuen Einsicht beschreiben sie einleitend wie folgt:

Die Auseinandersetzungen innerhalb des KV-Systems gegen Ende des letzten
J
ahres sind zutiefst destruktiv. Die Gründe sind mannigfach. Eine wesentliche Wurzel liegt im nicht sachgerechten Verständnis, die bestehende Gliederung der Versorgung in eine haus- und eine fachärztliche Versorgungsebene als allein maßgeblich für Entscheidungs- und Diskussionsstrukturen im KV-System anzusehen.“

 

Diese in § 73 SGB V politisch (wohl nicht ohne Absicht) vorgegebene  Gliederung wurde in den KVen „interessengebunden missbraucht“, was angesichts der Integrationsbemühungen der Versorgung nun (endlich) als „anachronistisch und destruktiv“ erkannt wurde.

 

Damit soll nun, so die Unterzeichner der Denkschrift, Schluss sein. Um im Widerstreit mit unterschiedlichen Interessen im Gesundheitswesen, z.B. seitens der Kliniken oder der Krankenkassen, überhaupt gehört zu werden, ist ein gemeinsamer und geschlossener Auftritt der Niedergelassenen, die über 90 Prozent der Versorgung mit medizinischen Leistungen erbringen, unverzichtbar: „Ambulante Versorgung braucht einheitliches Marketing.“ Die eigentlich triviale Einsicht, dass man gemeinsam stärker ist, kommt erstaunlich spät. Jahrelang haben sich KVen und die KBV auf ihre internen Rivalitäten konzentriert und die gemeinsame Interessenvertretung dabei vernachlässigt. Mittlerweile sind die Rahmenbedingungen der Niedergelassenen in ihrem ökonomischen und rechtlichen Umfeld so schlecht, dass nur noch wenige Medizinstudenten ernsthaft eine spätere Niederlassung beabsichtigen. Kliniken und insbesondere Krankenkassen verfügen dagegen über starke und einheitliche Interessenvertretungen.

Mit ihrer Denkschrift dokumentieren die Unterzeichner ihr „Eintreten für ein neues Denken“. Werden dem Denken und Schreiben nun auch Taten folgen?

 

(Quellen:  Vinventz Network, ES)


E-Mail Xing Facebook Twitter Linkedin