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04.03.2014

AOK-Krankenhausreport 2014 schlägt hohe Wellen

Deutsche Krankenhausgesellschaft kritisiert AOK-Report und fordert Entschuldigung


19.000 Todesfälle pro Jahr aufgrund von Behandlungsfehlern im Krankenhaus – so steht es im AOK-Krankenhausreport 2014, der am 21. Januar erschienen ist (Bericht aus Berlin 4/2014). Wie ferner berichtet hatte der Präsident der Bundesärztekammer, Professor Frank Ulrich Montgomery, diese Angaben bereits zurückgewiesen und ihre Ernsthaftigkeit bezweifelt. Im Gegenteil hält Montgomery diese Veröffentlichung eher für ein politisch-taktisches Manöver.

 

Nun setzten sich auch die beschuldigten Krankenhäuser zur Wehr: „Ich fordere den AOK-Bundesverband auf, sich für die Behauptung im aktuellen Krankenhausreport, in deutschen Krankenhäusern würden 18.800 Menschen durch vermeidbare Behandlungsfehler zu Schaden kommen, zu entschuldigen“, so der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Alfred Dänzer, am letzten Freitag zum Abschluss einer zwischenzeitlich vorgenommenen, ausführlichen Prüfung aller verfügbaren Daten über Schadenshäufigkeiten bei Krankenhausbehandlungen. „Die im Report behauptete Zahl von Toten kann nur eine wissentliche Falschangabe sein.“

 

Im Einzelnen moniert die DKG u.a., dass laut Report vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen selbst insgesamt nur 8.600 Fälle vermuteter Behandlungsfehler für den Krankenhausbereich genannt würden und nicht die behaupteten 188.000. Über Todesfälle würden dabei überhaupt keine Angaben gemacht. Auch die Annahme, jeder zehnte Behandlungsfehler würde zum Tod des Patienten führen, sei absolut unseriös. Dänzer kritisierte, dass diese Daten in einer seriösen wissenschaftlichen Aufarbeitung hätten berücksichtigt werden müssen. Dagegen seien Schätzungen (schon damals keine Fakten) aus den Jahren 1996 – 2006 „fortgeschätzt“ worden. Die von der AOK angegebene Höhe der Todesfälle infolge von Behandlungsfehlern in Krankenhäuser erweise sich vor dem Hintergrund der Faktenanalysen als absolut unseriös.

 

(Quellen:  DKG, gesundheitspolitik.de)


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