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30.07.2012

Ausbau der Krebsvorsorge

Kassen fordern Nachbesserungen


Noch unzureichend sind nach Ansicht des AOK-Bundesverbandes die bisherigen Vorschläge des Bundesgesundheitsministeriums für das so genannte Krebsplan-Umsetzungsgesetz. "Das Ziel, die Situation für die Patienten zu verbessern, wird mit dem jetzt vorliegenden Referentenentwurf noch nicht umfassend erreicht", sagt der Geschäftsführende Vorstand des AOK-Bundesverbandes, Uwe Deh, anlässlich der Verbändeanhörung im Bundesgesundheitsministerium zum Referentenentwurf.

 

Als entscheidend für das Krebsplan-Umsetzungsgesetz bezeichnet Deh, dass Patienten und deren Angehörige sowie die Ärzte gesicherte und verständliche Informationen darüber erhalten, welche Therapie für eine konkrete Krebsbehandlung die beste ist und wo es die beste Behandlung dazu gibt. Allerdings habe er die Sorge, "dass wir eine große Chance vergeben, wenn wir jetzt nicht konsequent handeln". Dazu zählt für den AOK-Vorstand vor allem, dass bundesweit einheitliche Daten zur Verfügung stehen. "Der jetzige Flickenteppich von mehr als 50 Krebsregistern muss abgelöst werden durch aussagefähige, übergreifende und transparente Daten", fordert Deh. "Zu kleinteilig, zu wenig aussagekräftig" Die derzeitigen regionalen Register seien häufig viel zu kleinteilig mit zu niedrigen Fallzahlen und entsprechend häufigen Fehlerquellen. "Beispiel Gebärmutterhalskrebs: In einem regionalen Register mit 1,2 Millionen Menschen werden nur 85 Neuerkrankungen pro Jahr erfasst. Ein bundesweites Register würde 4.900 Frauen erfassen. Das sind Zahlen für belastbare Aussagen", erläutert Deh. Dies schließe eine regionale Auswertung von erfassten Daten nicht zwangsläufig aus. Wichtig sei zudem, dass Mehrfachmeldungen ausgeschlossen seien. Mit dem Krebsplan-Umsetzungsgesetz will die Bundesregierung das erste der vier Handlungsfelder des Nationalen Krebsplans, die Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung, umsetzen und die Inanspruchnahme der entsprechenden Untersuchungen steigern. Dazu gehört auch die Möglichkeit von organisierten Einladungsverfahren, wie sie bereits beim Mammografie-Screening praktiziert werden. Dieses hält AOK-Vorstand Deh aber nicht bei jeder Form der Krebsfrüherkennung für sinnvoll: "Bei Gebärmutterhalskrebs lassen sich, auf einen Drei-Jahres-Zeitraum bezogen, weit mehr als 80 Prozent der Frauen zwischen 20 und 30 Jahren durchchecken, genau wie es die europäischen Leitlinien vorsehen. Das ist auch durch Einladungen kaum noch zu toppen." Im Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums sind klinische Krebsregister vorgesehen, deren jeweiliges Einzugsgebiet auf Landesebene festgelegt werden soll. Mehrfachmeldungen sollen durch einen Datenaustausch verhindert werden. Die Einrichtung der klinischen Krebsregister sollen die Länder finanzieren, die Betriebskosten sollen die gesetzlichen Krankenkassen und die privaten Krankenversicherungen übernehmen. Die Altersgrenzen und die Häufigkeit von Früherkennungsuntersuchungen werden dem Entwurf zufolge nicht mehr gesetzlich geregelt, sondern vom Gemeinsamen Bundesausschuss entsprechend den wissenschaftlichen Erkenntnissen festgelegt werden. Alle Versicherten ab Vollendung des 18. Lebensjahrs sollen einen gesetzlichen Anspruch auf Krebsfrüherkennungsuntersuchungen erhalten.

Quelle: AOK    Datum: 24.07.2012    Foto: AOK-Mediendienst


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