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14.07.2014

BÄK-Behandlungsfehlerstatistik: „Ärzte sind keine Pfuscher"!

Exakt 7922 Entscheidungen haben ärztliche Gutachtekommission und Schlichtungsstellen im Jahr 2013 zum Thema Behandlungsfehler getroffen. In 1864 Fällen wurden kausale Fehler festgestellt.


„Seit Jahren steigt die Arbeitsintensität in deutschen Kliniken und Praxen, Ärzte machen Fehler sind aber keine Pfuscher", setzte sich Dr. Andreas Crusius als Vorsitzender der ständigen Konferenz der Gutachterkommission und Schlichtungsstellen der Bundesärztekammer BÄK, gleichzeitig Präsident der Ärztekammer Mecklenburg Vorpommern, bei der Vorstellung der BÄK-Behandlungsfehlerstatistik am Montag in Berlin zur Wehr.

 

Lange Arbeitszeiten und ständiger Leistungsdruck erhöhten die Fehlerwahrscheinlichkeit. Daher sei es eher „bemerkenswert“, dass die Zahl der registrierten Behandlungsfehler in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben sei. Darüber hinaus verweist Crusius auf die enorme Zunahme der Behandlungsfälle. Allein im ambulanten Bereich ist die Zahl zwischen 2004 und 2012 um 136  Millionen auf annähernd 700 Millionen um ca. 20 Prozent angewachsen. Im stationären Bereich beträgt der Zuwachs mit 1,8 auf 18,6 Millionen immerhin zehn Prozent.

Die Statistik gebe im Übrigen nur einen Ausschnitt wieder, so assistiert Professor Dr. Walter Schaffartzik als Vorsitzender der Schlichtungsstelle für Arztpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammer, gleichzeitig ärztlicher Leiter des Unfallkrankenhauses Berlin. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen hatte 2013 rund 14.600 Gutachten wegen Verdachts auf Fehler erstellt und dabei knapp 3.700 Behandlungsfehler festgestellt. Er schätzt die Überschneidung auf ungefähr zehn Prozent der gemeldeten Fälle. Kritik übt Crusius an der AOK, die selbst die Zahlen des MDK dazu verschweige. 

 

(mitgeteilt von Vincentz Network Berlin)


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