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30.07.2012

Frühe Nutzenbewertung

Innovationen anerkennen!


"Dank zweier neuer Medikamente aus der Forschung von Pharma-Unternehmen haben sich die Heilungschancen bei Hepatitis C seit 2011 weiter verbessert. vfa-Unternehmen arbeiten zudem an acht weiteren Medikamenten gegen diese ansteckende Krankheit, die in den nächsten vier Jahren eingeführt werden können. Sie sollen die Behandlung noch wirksamer und verträglicher machen." Das erklärte Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa), im Vorfeld des Welt-Hepatitis-Tages am 28.07.2012.

 

"Leider hat sich gezeigt, dass das deutsche Nutzenbewertungsverfahren den Wert innovativer Hepatitis-C-Medikamente eher marginalisiert als herausarbeitet", so Fischer weiter. "Patienten werden nicht gefragt, Unternehmen vor Investitionen in Forschungsprojekte mit ungewissen Erfolgsaussichten abgeschreckt, und Patienten und Ärzte warten zukünftig vergebens, wenn sich an der Bewertungspraxis in Deutschland nicht etwas ändert."

 

Der Grund für die Fehleinschätzung des eigentlichen Nutzens von Medikamenten gegen Hepatitis C-Infektionen liegt in dem langen und individuell ganz unterschiedlichen Krankheitsverlauf: Während manche Patienten dauerhaft symptomfrei bleiben, kommt es bei anderen zu einem Leistungseinbruch, Schrumpfleber (Zirrhose), neurologischen Störungen oder sogar nach 20 bis 30 Jahren Leberkrebs. Das mit Nutzenbewertungen beauftragte Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erkennt allerdings nur im Leberkrebs eine relevante Krankheitskomplikation; und weil die neuen Medikamente erst kürzer erprobt worden sind, als es bis zu den ersten Leberkrebsfällen dauert, sieht es ihren Zusatznutzen als nicht quantifizierbar an. Der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA, der letztlich über den Nutzen entscheidet, sieht zwar auch in der Therapie einer bereits eingetretenen Zirrhose grundsätzlich einen Nutzen, anscheinend jedoch nicht in ihrer Verhütung. Ärzte, die Hepatitis-Patienten behandeln, beurteilen das völlig anders und unternehmen deshalb große Anstrengungen, um ihre Patienten vor allen Komplikationen zu bewahren.

 

Auch wird im Bewertungsverfahren ignoriert, dass symptomfreie Hepatitis-C-Patienten in ständiger Angst leben, Leberschäden zu entwickeln oder andere anzustecken. Eine erfolgreiche Therapie schützt vor allen Symptomen und nimmt auch die Angst. "So helfen die Mittel doppelt und ein patientenorientiertes Bewertungsverfahren würde das auch anerkennen", so Fischer. "Wie können wir in Deutschland mit Verfahren arbeiten, die Patienten gar nicht nach dem Nutzen befragen?"

 

Weitere Informationen zu den neuen und die kommenden Medikamente gegen Hepatitis C finden sich unter: www.vfa.de/hepatitis-c

 

Quelle: vfa    Datum: 25.07.2012    Foto: vfa.


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