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11.08.2014

GKV-SV fordert AMNOG-Verschärfung

Der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) schlägt eine Verschärfung des AMNOG (Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz) vor. Er fordert eine rückwirkende Geltung vereinbarter Erstattungsbeträge. Das würde den Kern des AMNOG verändern, nach dem die Preisgestaltung im ersten Jahr der Markteinführung beim pharmazeutischen Unternehmer liegt.


Die forschenden Pharma-Unternehmen reagierten empört.

Vfa- Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer: „Eine solche gravierende Gesetzesänderung hätte weitreichende Folgen für die Patientenversorgung und wäre für forschende Pharma-Unternehmen untragbar, da für die Dauer des AMNOG-Verfahrens unkalkulierbare finanzielle Risiken durch Rückforderungen der Krankenkassen drohen. Wenn für ein neues Arzneimittel in Deutschland der Preis, den Krankenkassen zahlen, erst im Nachhinein, d.h. nach ca. einem Jahr rückwirkend feststeht, wird die Einführung von Innovationen auf den deutschen Markt und damit der Zugang für Patienten massiv gestört und verzögert. Jedes pharmazeutische Unternehmen wird prüfen müssen, ob das Medikament erst nach Abschluss der Nutzenbewertung und Erstattungsbetragsverhandlungen an den Handel geliefert wir d. Patienten müssten dann hierzulande auf neue Medikamente so lange warten, bis der Erstattungsbetrag feststeht.

 

De facto würde mit dieser gravierenden Gesetzesänderung eine tragende Säule des deutschen Gesundheitssystems bei der Arzneimittelversorgung in Frage gestellt: der direkte Zugang der Patienten zu Innovationen nach der Zulassung. So würde das AMNOG zu einer neuen Hürde werden. Der Vorschlag der Krankenkassen würde den Fortschritt in der Patientenversorgung in Deutschland erheblich verzögern: ein Systemwechsel im deutschen Gesundheitswesen und ein hoher Preis, den Patienten zahlen müssten.“

 

Quellen: Vincentz network, vfa


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