News
und
Wissenswertes

27.05.2014

GKV-SV passt Arzneimittel-Festbeträge an - Arzneimittel-Hersteller fordern mehr Planungssicherheit

Die am 20. Mai bekannt gemachten Festbetragsanpassungen und Neufestsetzungen beschleunigen den Niedergang der Preise für Arzneimittel immens und gefährden so dauerhaft eine Angebotsvielfalt am Markt.


Dies teilten die betroffenen Pharmaverbände BAH, BPI und Pro Generika in einer gemeinsamen Pressemitteilung am gleichen Tage mit. Um noch schneller an Einsparungen zu kommen habe der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) zudem in dem vorliegenden Fall die Fristen verkürzt. Damit entziehe er den handelnden Unternehmen die wirtschaftliche Planungssicherheit.   

Die vom GKV-SV am 12. Mai beschlossenen und nun veröffentlichten Festbetrags-Anpassungen betreffen 6 Wirkstoffe in der Festbetragsstufe 1 und 13 Wirkstoffgruppen in der Stufe 2. Unter den letzteren sind insbesondere auch häufig verwendete Wirkstoffgruppen wie Alphablocker, AT-II-Antagonisten, Betablocker, Statine, Triptane und Protonenpumpenhemmer, sowie einige Kombinationspräparate. Nach Bekanntgabe im Bundesanzeiger sollen die neuen Festbeträge ab 1. Juli in Kraft treten.

 

Es ist unerklärlich, warum der GKV-Spitzenverband von der bisherigen Mindestfrist von zwei Monaten abweicht. Die Festbetragsschraube dreht sich immer schneller. Den Herstellern bleibt immer weniger Zeit, auf Anforderungen des ohnehin schon durch Rabattverträge und Herstellerabschläge überregulierten Marktes zu reagieren“, ist die gemeinsame Auffassung von BAH, BPI und Pro Generika. Auch sei es nicht nachvollziehbar, wie die Beschlüsse des GKV- Spitzenverbandes zu Stande gekommen sind. „Ein transparentes Verfahren schließt mit ein, dass der GKV-Spitzenverband seine Beschlüsse schriftlich begründet“, so die Herstellerverbände. Argumente aus Stellungnahmen der Herstellerverbände wurden anscheinend nicht berücksichtigt, eine Begründung dafür fehlt. 

Letztlich geht es um eine gute und sichere Arzneimittelversorgung von Patientinnen und Patienten. Denn die nun genutzte Fristverkürzung, die Kombination unterschiedlichster Preisregulierungsinstrumente und die Ausnutzung der Festsetzungsgrenze für die Zuzahlungsbefreiung macht es dauerhaft immer weniger Anbietern möglich am Markt zu bestehen und noch auskömmlich zu arbeiten. BAH, BPI und Pro Generika fordern daher, den Arzneimittel-Herstellern einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten zwischen Ankündigung und Anpassung der Festbeträge zu gewähren sowie eine detaillierte Begründung der Beschlüsse des GKV-Spitzenverbandes.

 

Quellen:  BAH, GKV-SV


E-Mail Xing Facebook Twitter Linkedin