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07.09.2012

Studie: Drug Supply 2.0

Bedeutung externer Dienstleister wächst


Die globalen Pharmamärkte verlagern sich dramatisch: Gemessen am Marktwachstum werden die so genannten „Pharmerging Countries” die etablierten Märkte schon 2013 überholen. Außerdem drohen der Branche der Ablauf des Patentschutzes und die immer stärkere Konkurrenz durch Generika. Im Zeitraum von 2009 bis 2015 könnten diese Effekte zu Verkaufseinbußen von bis zu 100 Milliarden US-Dollar führen. Um ihren Erfolg langfristig zu sichern, müssen die großen Pharmakonzerne ihre komplette Wertschöpfungskette neu ausrichten und ihre Zusammenarbeit mit Drittanbietern massiv ausbauen.

 

Die Studie „Drug Supply 2.0“ von Camelot Management Consultants, der ESB Business School und des SP Jain Institute of Management and Research zeigt, welche unterschiedlichen strategischen Ansätze die Konzerne dabei verfolgen. Die untersuchten Unternehmen repräsentieren fast die Hälfte des globalen pharmazeutischen Umsatzes. Strategische Partnerschaften werden die reine Auftragsfertigung durch Vertragshersteller ersetzen und Kapital freisetzen, um damit neue, schnell wachsende Märkte zu erschließen. Bis zu drei Viertel der Pharmazeutika könnten schon bald von externen Vertragsherstellern stammen. Das Management einer derart heterogenen Wertschöpfungskette unterscheidet sich jedoch völlig vom Management eigener Produktionsstätten und erfordert neue Formen des Informationsaustauschs, um gemeinsam mit dem steigenden Anteil von Drittanbietern eine für alle Seiten möglichst effiziente und rentable Planung und Nachschubversorgung zu erreichen.

 

„Die großen Pharmakonzerne haben nur eine Chance, die bevorstehenden Herausforderungen wie den Aufstieg der ,PharMerging markets‘, Gesundheitsreformen, den Ablauf des Patentschutzes oder die Konkurrenz durch Generika zu bewältigen: eine stärkere Zusammenarbeit mit Drittanbietern und ein differenziertes Management von Netzwerken mit einem immer größeren Anteil an externen Partnern“, sagt Michael Jarosch, Partner und Leiter des Beratungsbereichs Pharma bei der Strategie- und Organisationsberatung Camelot Management Consultants. Bis zum Jahr 2013 werden allein die BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China) die traditionellen Märkte hinsichtlich ihres Marktwachstums überholt haben. Ein Drittel der weltweiten Pharmaproduktion wird dann aus Schwellenländern stammen. „Das macht es unmöglich, die Veränderung der globalen Lieferketten zu ignorieren”, sagt Jarosch. „Die Pharmaunternehmen haben bereits begonnen, ihre Geschäftsmodelle neu auszurichten und ihr Kapital entsprechend umzuverteilen. Die Kooperation mit Drittanbietern ist der einfachste Weg, um in neue oder unsichere Märkte vorzustoßen, zumal einige der neuen Märkte dazu übergehen, ihre heimische Pharmaindustrie mit protektionistischen Maßnahmen wie Übernahmebeschränkungen oder Importverboten zu schützen.”

 

Waren Vertragshersteller früher reine Dienstleister, werden viele von ihnen künftig zu strategischen Partnern. „Derzeit hat die Mehrheit der Befragten ihre pharmazeutische Versorgung erst zu 25 bis 50 Prozent ausgelagert, was im Vergleich zu anderen Branchen noch ziemlich niedrig ist”, sagt Prof. Dr. Harald Augustin von der ESB Business School. „83 Prozent der Studienteilnehmer planen, innerhalb der nächsten fünf Jahre erheblich stärker auszulagern.” In Bezug auf Vertragshersteller betrachten alle befragten Experten (75 Prozent) Qualität und Versorgungssicherheit als die wichtigsten Anforderungen – weit vor niedrigeren Kosten (50 Prozent). Was die Kommunikation mit Drittanbietern angeht, sehen sie eine Verlagerung der Verantwortlichkeit von den Produktions- hin zu den globalen Supply-Chain-Verantwortlichen.

 

Quelle: Pressemitteilung Camelot Management Consultants Datum: 30.08.2012 Foto: Stock


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