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21.01.2019

Claudia Schmidtke wird neue Patientenbeauftragte

Lange blieb die Stelle unbesetzt, jetzt gibt es eine neue Patientenbeauftrage: Mit Claudia Schmidtke holt sich Gesundheitsminister Jens Spahn eine Medizinprofessorin und Herzchirurgin an seine Seite


Prof. Dr. Claudia Schmidtke (CDU/CSU) © Deutscher Bundestag

Die Lübecker CDU-Abgeordnete Claudia Schmidtke wird neue Patientenbeauftragte der Bundesregierung. Die 52-jährige Medizinprofessorin und Herzchirurgin soll ihr Amt zeitnah antreten, heißt es. Seit zwei Monaten ist die Stelle nun schon unbesetzt. Schmidtkes Amtsvorgänger und ehemalige Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Ralf Brauksiepe (CDU), hatte sich überraschend entschieden in die Privatwirtschaft zu gehen und ist seit dem 5. November Teil der Geschäftsführung von Vivawest (bundesweit drittgrößter Wohnungsanbieter). Er habe nicht aktiv nach einer neuen Stelle gesucht, er sei abgeworben worden, erklärte der 51 Jahre alte Wirtschaftswissenschaftler. Dauerhaft hätte er das Amt des Patientenbeauftragten und seine neue hauptberufliche Tätigkeit – auch aus Gründen der großen Entfernung zwischen Berlin und Gelsenkirchen – nicht vereinen können.

 

Mit Claudia Schmidtke holt sich Gesundheitsminister Jens Spahn nun eine gestandene Medizinerin als Patientenbeauftragte. Schmidtke bringe „alle Voraussetzungen für die verantwortungsvolle Aufgabe als Patientenbeauftragte mit“, sagte Spahn dem Tagesspiegel. Als profilierte Ärztin kenne sie die Nöte von Patienten. Beim Kampf für den Erhalt der Universität Lübeck habe sie „gezeigt, wie engagiert sie Interessen vertreten kann“. Und als Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages wisse sie auch, wie Bundespolitik funktioniere. „Fachlich versiert, persönlich engagiert, politisch erfahren“ – mit Schmidtke bekämen Patientinnen und Patienten „eine starke Stimme“.

Tatsächlich vollzieht der Minister mit der Personalie eine Kehrtwende. Der vormalige Beauftragte Brauksiepe war als Fachfremder in das Amt gestolpert, er hatte vorher nie etwas mit Gesundheitspolitik zu tun. Schmidtke dagegen kennt sich in der Gesundheitsszene bestens aus. Sie war leitende Oberärztin und stellvertretende Chefärztin in der Herz- und Gefäßchirurgie des Herzzentrums Bad Segeberg. Zudem hat sie berufsbegleitend Gesundheitsökonomie studiert, sich auch in Gendermedizin fortgebildet und ist Mitglied im Promotionsausschuss der Universität Lübeck.

Im Bundestag sitzt Schmidtke seit 2017. Ihre Aufstellung als Direktkandidatin war ebenso überraschend wie ihr Einzug ins Parlament, denn vor Schmidtke hatte seit 1965 kein CDU-Kandidat mehr den Lübecker Wahlkreis gewonnen.

Auf ihrer Webseite (inzwischen deaktiviert!) beschreibt sich die künftige Patientenbeauftragte als „immer positiv, immer neugierig, immer chirurgisch direkt“. Als Medizinerin kenne sie den Alltag der Kliniken „in allen Facetten“. Und als habilitierte Professorin wisse sie um die Bedeutung von Hochschulen und Instituten. Das Land müsse sich „schrittweise seinen Platz in der Spitzengruppe sichern, indem es auf Neugierde, Fortschritt und Innovation setzt“, fordert die. Gleichzeitig drängt die Politikerin auf bessere Bedingungen für das Gesundheitswesen und – “insbesondere“ – für die Pflege.

 

Quellen: Schmidtke (FB), sgp


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